FzM: Hysterektomie


Was ist eine Hysterektomie?
Hysterektomie bezeichnet in der Medizin die operative Entfernung der Gebärmutter.
Die beiden Wortteile "hyster" und "ektomie" leiten sich aus dem Griechischen ab. "Hyster" bedeutet Gebärmutter bzw. zur Gebärmutter gehörig, und "ektomie" kann mit herausschneiden übersetzt werden.

Die verschiedenen Operationstechniken

Abdominale Hysterektomie
Der Arzt entfernt Gebärmutter und/oder Eierstöcke über einen Bauchschnitt (der Bauch wird im Regelfall durch einen Querschnitt im Bereich der Schamhaargrenze eröffnet).
Die abdominale Hysterektomie bietet dem Arzt einen guten Überblick über das Operationsgebiet. Auch mögliche Verwachsungen kann der Operateur auf diese Weise gut lösen.

Vaginale Hysterektomie
Der Arzt entfernt Gebärmutter und/oder Eierstöcke durch die Scheide.
Die vaginale Hysterektomie führt der Arzt mit speziellen Instrumenten durch, die durch die Scheide eingeführt werden.
Die Gebärmutter sowie Eierstöcke werden durch die Scheide schrittweise von dem umgebenden Gewebe getrennt und herausgelöst.
Diese Operation hinterlässt keine sichtbaren Narben, und die postoperative Erholungszeit ist in der Regel kürzer als bei einem Bauchschnitt.

Laparoskopische Hysterektomie
Der Arzt entfernt Gebärmutter und/oder Eierstöcke mittels einer Bauchspiegelung. In der Regel werden 3 bis 4 kleine Schnitte in der Bauchdecke, in der Nähe des Nabels, gemacht, damit die Instrumente (Laparoskop) eingeführt werden können.
Durch eine Nadel wird Gas in den Bauchraum gebracht. Das trennt die eng aneinander liegenden Bauchorgane. Dann kann der Arzt in die Bauchhöhle einsehen und den operativen Eingriff durchführen.
Die laparoskopische Hysterektomie zählt noch zu den neueren Operationsverfahren. Sie erfordert einige Übung seitens des Operateurs.

Laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie
Der Arzt operiert mittels Bauchspiegelung.
Die Entfernung der Gebärmutter erfolgt durch die Scheide.

Bei Gebärmutter-Krebs sollte keinesfalls eine laparoskopische Gebärmutterentfernung erfolgen, da sonst Krebszellen verschleppt würden und sich in der Bauchhöhle ausbreiten könnten.

Welches Verfahren angewendet wird, richtet sich nach folgenden Kriterien:
Nach der körperlichen Verfassung des Patienten
Nach den zu erwartenden Schwierigkeiten, z. B. infolge von Verwachsungen nach vorausgegangenen Operationen oder Entzündungen
Nach der Größe und Beweglichkeit der Gebärmutter


 Abb.: Die operative Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcke



Schonendes Op-Verfahren zur Hysterektomie

Hochfrequente Thermofusion erspart Ligaturen
Nach zwei Tagen verlassen Patientinnen bereits die Klinik

HAMBURG, 11.2003 (eis) - Die hochfrequente Thermofusion könnte sich künftig zum Standardverfahren bei Hysterektomien entwickeln.
Eine Zange mit hochfrequentem Strom koaguliert dabei auch größere Gefäße. Blutungen und Nähte werden weitgehend vermieden und Patienten weniger als bisher belastet.

Im Vergleich zu konventionellen Hysterektomien gibt es nach Eingriffen mit hochfrequenter Thermofusion weniger Schmerzen, die Patienten erholen sich schneller und können früher entlassen werden. Das hat Dr. Wolfgang Zubke von der Universitäts-Frauenklinik in Tübingen berichtet.

Kernstück des Verfahrens ist die Koagulationszange BiClamp® vom Unternehmen Erbe, die von dem Erbe Vio®-System mit einer für die Koagulation optimalen Stromform und Spannung versorgt wird.
Gefäßwände in der Schnittfläche werden durch Schmelzen des Collagens praktisch heißverklebt.
Es entsteht ein breitflächiger Koagulationssaum, der dann mit einer Schere durchtrennt wird.

Die Hysterektomie wird dabei minimal-invasiv durch die Vagina vorgenommen, wie bei der Veranstaltung Medica Preview in Hamburg berichtet worden ist.
Scheidengewölbe und Douglasraum werden eröffnet und die Gebärmutter-Bänder und -Gefäße sowie der Adnexabgang mittels Thermofusion und Schere abgeschnitten und der Uterus extrahiert.
Danach wird das Scheidengewölbe wieder zugenäht. Das Verfahren ist an der Clinique St. Antoine in Nizza und an der Uniklinik Tübingen in Kooperation mit Erbe entwickelt worden.
Nach ersten Erfahrungen werden die meisten Patientinnen bereits zwei Tage nach dem Eingriff aus der Klinik entlassen.

Quelle: Ärztezeitung, Foto: Erbe

Risiken und Komplikationen
Information: Dr. med. Peter Böhi

Trotz gewissenhafter Durchführung der Operation, können ein Behandlungserfolg und ein Ausbleiben von Komplikationen durch den Arzt nicht garantiert werden. Während der Operation kann es zu Blutungen kommen, die unmittelbar gestillt werden.
Selten können auch Blutungen nach der Operation auftreten, die dann durch eine eventuelle zweite Operation behoben werden müssen. Bei hohem Blutverlust werden Blutersatzmittel gegeben.
Entzündungen, Wundheilungsstörungen und Thrombosen (Verschluss von Venen durch Blutgerinnsel) können trotz Fortschritten der Medizin und vorbeugenden Massnahmen (Antibiotika, «Blutverdünnung») nicht immer vermieden werden.
Da für den operativen Eingriff ein Blasenkatheter zur Entleerung der Harnblase eingelegt werden muss, kommt es gelegentlich zu Blasenreizungen oder Blasenentzündungen nach der Operation, die sich jedoch problemlos behandeln lassen.
Keine eigentliche Komplikation sind Blähungen und leichte Bauchkrämpfe, die als vorübergehende Funktionsstörung nach Baucheingriffen angesehen werden müssen.
Häufig kommt es nach der Operation zu bleibenden Sensibilitätsstörungen der Haut im Bereiche des Hautschnitts, da bei der Eröffnung der Haut feine Hautnerven durchtrennt werden.
Auch bei grösster Sorgfalt des Operateurs lassen sich Verletzungen der umliegenden Organe, wie Harnblase, Harnleiter und Darm nicht immer vermeiden, insbesondere wenn bestimmte Risiken, wie z.B. Verwachsungen vorliegen.

Bei der laparoskopische Hysterektomie können auch unter sterilen Arbeitsbedingungen Krankheitskeime in den Körper gelangen und Infektionen verursachen.
Durch den Einsatz des Endoskops können Schleimhäute und Darmwände verletzt oder perforiert werden. Dies kann im schlimmsten Fall zu einer Notoperation führen. Die einer Verletzung folgende Narbenbildung kann weitere Folgen nach sich ziehen.

Entfernung der Gebärmutter erhöht die Qualität des Liebeslebens - Neue Studie hilft, Befürchtungen zu zerstreuen
Entgegen häufiger Befürchtungen nimmt die sexuelle Zufriedenheit nach der Operation nämlich nicht ab, sondern zu. Das fanden niederländische Forscher in einer Studie heraus, in der sie knapp 400 Frauen nach der Qualität ihres Sexuallebens vor und nach einer so genannten Hysterektomie befragten.
Die Ergebnisse der Studie stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift British Medical Journal vor (Bd. 327, S. 774).

Viele Patienten(Innen) befürchten eine Entfernung des Uterus könnte das sexuelle Wohlbefinden negativ beeinflussen.
Aber auch Mediziner sind sich nicht sicher, inwieweit die Hysterektomie die sexuelle Empfindsamkeit verändert, da durch die Operation verschiedene Nervenverbindungen zerstört werden und die gesamte anatomische Anordnung der Beckenorgane verändert wird.

Die Wissenschaftler um Jan-Paul Roovers von der Universität Utrecht können nun zumindest teilweise Entwarnung geben:
Fast alle der von ihnen befragten Probandinnen berichteten sechs Monate nach der Operation über eine deutliche Verbesserung ihres Sexuallebens. Viele sexuelle Probleme seien verschwunden und auch der Genuss habe sich gesteigert, gaben die Patientinnen an.
Dabei kam es nicht darauf an, ob die Gebärmutter vollständig oder nur teilweise entfernt worden war und ob die Operation durch die Vagina oder mithilfe eines Bauchschnittes erfolgt war.



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