Bartwuchs

Vom Jungen zu Mann
Bartwuchs Man nennt den Bartwuchs auch ein sekundäres männliches Geschlechtsmerkmal, weil normalerweise nur Männern ein Bart wächst (abgesehen vom sog. Damenbart, der durch hormonelle Störungen verursacht werden kann).
In der Regel beginnt der Bartwuchs in der männlichen Pubertät erst relativ spät, etwa im Alter zwischen 14 und 18 Jahren.
Anfangs sind die Barthaare zunächst weich (Flaum) und erst im Laufe der Zeit wird der Wuchs stärker.

Der erste Flaum zeigt sich meist auf der Oberlippe, dem Kinn und vor den Ohren (Kotletten), dort wo der eigentliche Bartwuchs beginnt.
Bis du jedoch einen ausgeprägten Bart vorweisen kannst, musst du dich noch eine Weile gedulden.

Wie dicht, welche Farbe und Beschaffenheit dein Bart haben wird, kannst du dir ungefähr vorstellen, wenn du dir dein Kopfhaar anschaust oder die Bärte eines nahestehenden Verwandten.

Die Stärke der Behaarung wird von deinem Erbmaterial und dem männlichen Hormon Testosteron bestimmt/gesteuert.
Falls du mit dem Gedanken gespielt hast, deinen Bartwuchs durch ständiges Rasieren anzuregen oder zu beschleunigen, kannst du das getrost vergessen - äussere Anwendungen bewirken nichts.

Der Bartwuchs ist bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Erde sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Besonders kräftig ist er z. B. bei Europäern, während man bei den Asiaten (z.B.) oftmals nur eine spärliche Gesichtsbehaarung findet.


Ein Blick zurück
"Seit Menschengedenken spielt der Bart als  Symbol der Macht und männlicher Kraft und als modische Zierde  eine bedeutende Rolle."  [...]

Lange galt die Überzeugung, dass der Bart, wie das Haar überhaupt,  die Lebenskraft beeinflusst bzw. birgt! Das Abnehmen des Bartes war ein Zeichen der Unterwerfung, und beim Schwur berührte man die Barttracht."

Im Alten Ägypten war der Bart Kennzeichen der Königswürde.
Israeliten, Babylonier, Assyrer, Meder und Perser trugen einen Vollbart.
In Griechenland trug Mann, bis zur Zeit Alexanders dem Großen, einen gestutzten Vollbart.
Römer ab 300 vor Christus waren bartlos, wie auch die Germanen.

Quelle: Walter Gerlach, Das neue Lexikon des Aberglaubens


   
  Wusstest Du eigentlich, dass die alten Germanen großen Wert auf eine sorgfältige Rasur legten?
  Oder dass die Stadt Speyer 1356 das Tragen von Bärten verbot?
  Das und vieles mehr erfährst Du auf einer geschichtlichen Reise durch die Welt des Bartes und der Rasur.
  Viel Kurioses, Lustiges, aber auch Wissenswertes - lass Dich überraschen.


Der Bart im Wandel der Zeit   

Barttypen

Andere Männer, andere Bärte

Der hochgezwirbelte Schnurrbart
Salvodor Dalí hat solch einen Bart getragen. Und Dalí war ein exzentrischer Künstler.
Wer so einen Bart trägt, will meist zum Ausdruck bringen, dass er ebendies ist.
Doch ein echter Exzentriker begnügt sich selten damit, das Markenzeichen eines anderen zu kopieren.

Der schmale Oberlippenbart
Ein hauchdünner Haarstrich auf der Oberlippe deutet die Haartracht im Gesicht bestenfalls an.
Berühmtester Vertreter dieser Barttracht war David Niven.
Der Reiz des schmal zurechtgestutzten Bärtchens liegt in der zurückgenommenen Männlichkeit. Denn um solch einen Bart zu tragen, muss Mann einen ziemlich starken Bartwuchs haben, damit die schmale Linie akkurat geschnitten werden kann. Wer so einen Bart trägt, signalisiert: Nach außen wahre ich stets die Form - doch darunter brodelt ein Vulkan.

Der lange, unbändige Schnurrbart
Der Walrossbart ist unter stilbewussten Menschen selten anzutreffen.
Die wild anmutende Oberlippenbedeckung bedarf einer starken Persönlichkeit, um damit eine freundliche Ausstrahlung zu haben. So wie Albert Schweitzer etwa.
Aber welcher Albert Schweitzer treibt sich nach Mitternacht noch in einer Bar herum?
Außerdem finden Frauen diese Art Bart nicht wirklich erotisch. Nicht nur, dass die Lippen verdeckt werden. Auch beim Küssen ist es schöner ohne Haar im Mund.
Wer einen Mann mit Geschmack sucht, sollte sich von einem solchen Schnurrbartträger fernhalten ...

Der Vollbart
Vor lauter Haaren ist kein Gesicht zu erkennen.
Der Vollbart ist ein zeitloser Klassiker.
Die meisten Männer probieren irgendwann einmal diese Barttracht aus, doch die wenigsten bleiben dabei. Denn wenn ein Vollbart gepflegt aussehen soll, ist er ziemlich arbeitsaufwendig.
Außerdem stellen viele Träger fest, dass ihr Bartwuchs nicht ausreicht oder zu unregelmäßig ist. Oder aber Mann bemerkt, dass er damit grimmig aussieht.
Bei jungen Männern signalisiert der Vollbart: Ich versuche erwachsen zu sein!
Meist verbirgt sich ein unsicheres Bürschen dahinter, das mit hochtrabenden Worten und Gesten das weibliche Geschlecht von sich überzeugen will.
Bei älteren Männern wirkt der Vollbart dagegen aufgeräumt und sieht einfach klassisch aus.
Das kann Frau akzeptieren.

Der Spitzbart
Das spanische Modell unter den Bärten war lange Zeit stilistisch indiskutabel. Aber spätestens seit Don Juan de Marco die Kinoleinwand betrat, ist der Bart wieder als Gesichtsschmuck akzeptiert.
Ob sich hinter einem solchen Bart auch ein südamerikanisches Temperament verbirgt, sei erst einmal dahingestellt.
Vielmehr hegen wir die Vermutung, dass der Wunsch Vater des Gedankens ist ...

Der Dreitagebart
Der Dreitagebart hat lange gebraucht, um akzeptiert zu werden.
Er widerspricht der Annahme, dass die einzige Alternative zu einem Bart in einer perfekten Rasur besteht.
In kreativen Berufen weit verbreitet, ist der Stoppelbart bei Bankern und Rechtsanwälten eher selten anzutreffen.
Der Dreitagebart vermittelt: Ich bin jung, dynamisch und erfolgreich, zumindest versuche ich so zu sein.
Er kann aber auch vermitteln: Ich komme nicht in die Puschen, und auf mein äußeres Erscheinungsbild lege ich nicht allzu großen Wert.

Der Lehrerbart
Wenn Sie einen Mann treffen, der einen solchen Bart trägt, ist er entweder Lehrer - wahrscheinlich unterrichtet er Biologie - Polizist oder Politiker.
Früher oder später kommt der Bart jedoch ab, auch wenn Mann, wie zum Beispiel Rudolf Scharping, dazu einen Imageberater braucht.
Aber warum sollten nicht Sie das sein?

Quelle: Bernhard Roetzel, "Der Gentleman", Koenem


 

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