Therapie, Operation, Gerichtsverfahren

Geschrieben von Biker am 22.09.15, 13:40 Uhr

Therapie, Hormone, Operation, Gerichtsverfahren (VÄ, PÄ)

Wer bezahlt die Therapie und den Therapeuten?
Den bezahlt die Krankenkasse in der Regel ohne Probleme. Der Therapeut beantragt dazu die Kostenübernahme, wenn er die Therapie für sinnvoll hält und dann kann es auch schon losgehen. Vor der Therapie gibt es die sogenannten 5 probatorischen Stunden. Diese werden anstandslos von der Kasse übernommen, denn diese 5 Stunden sind dazu da, damit beiden Seiten, Therapeut und Patient, herausfinden können, ob eine gute Zusammenarbeit zustande kommen kann.


Wer bezahlt die Hormone und die dafür aufgesuchten Ärzte?
Da Hormone ganz normal auf Kassenrezept verschrieben werden und man sie nicht wie die Operationen vorher bei der Kasse beantragen muß, (sollte man auch möglichst vermeiden, da sonst der MDK eingeschaltet wird und es sehr lange dauern kann, bis eine Genehmigung da ist), werden die Hormone auch ganz normal von der Kasse übernommen, ausgenommen der Eigenanteil, der je nach Hormonpräparat bei 5,00 Euro oder 10,00 Euro liegt, es sei denn, man ist vom Eigenanteil komplett befreit. Was man braucht, ist eine psychologische Stellungnahme (keine Indikation!) vom Therapeuten für den Hormonarzt (Endokrinologe), als grünes Licht, mit der Hormonbehandlung beim Endokrinologen beginnen zu dürfen. Auch der Endokrinologe selber, wie auch Gynäkologen oder Urologen, werden von der Kasse bezahlt.


Wer bezahlt die Operationen mitsamt Chirurgen und Krankenhausaufenthalt?
Ebenfalls die Krankenkasse. Transsexualität ist laut ICD 10 F 64.0 eine offiziell anerkannte "Krankheit" und damit leistungspflichtig. Zur Beantragung der Kostenübernahme bedarf es neben dem eigenen Anschreiben, einer psychologischen Stellungnahme seitens des Therapeuten, sowie -und jetzt wird es kniffelig- mindestens ein Gutachten, welches durch einen MDK-Gutachter ausgestellt wird, der von den Kassen beauftragt und auch bezahlt wird. Es hat sich aber der Usus eingeschlichen, daß die Kassen lieber die Gerichtsgutachten zur VÄ/PÄ sehen wollen, da sie so um die Kosten der eigenen MDK-Gutachter herumkommen wollen. Offiziell dürfen die Gerichtsgutachten gar nicht für die Befürwortung der Operation dienen, manche schreiben dies auch explizit in das Gutachten rein, denn die Gerichtsgutachten regeln einzig und allein die rechtliche Sache zum Vornamen und Personenstand, aber keine medizinischen Belange, für medizinische Belange sind die MDK-Gutachter zuständig. Aber siehe oben, das liebe Geld! Aber auch hier gilt wie immer im Leben: Wo kein Kläger, da kein Richter! Viele Kassen wollen zudem auch einen Kostenvoranschlag des ausgesuchten Operateurs sehen, selbst dann wenn der Chirurg ein anerkannter Kassenarzt ist; OP's in Privatkliniken müssen nur dann bezahlt werden, wenn es keine Alternative dazu gibt. - Bei mir (biker) war es z. B. so, daß die Kasse auch den Hormonstatus haben wollte, wozu das auch immer nötig sein soll.


Wer bezahlt das Gerichtsverfahren?
Wenn man wegen finanzieller Minderbemittlung Prozesskostenhilfe gewährt bekommt, trägt das Gericht die Verfahrenskosten. Ist man hingegen ein Gutverdienender, so muß man die Kosten selber tragen. Man kann dann aber Ratenzahlung vereinbaren, wenn man nicht alles auf einmal bezahlen kann oder will. Bezahlt werden müssen neben den Gerichtsgebühren auch die Gutachten. Und die variieren im Preis zwischen 250,00 Euro und 3.000,00 Euro.


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