Wie kann ich transsexuellen Menschen begegnen?

Geschrieben von Biker am 23.01.05, 17:55 Uhr

Die Begegnung mit transsexuellen Menschen

Wie soll man sich verhalten?
Solange transsexuelle Menschen sich in der Phase des sozialen Umstieges/Übergangs befinden (Alltagstest), sind körperliche Veränderungen noch nicht sichtbar. (Es gibt leider die dumme Vorstellung seitens vieler Fachleute, daß ein Alltagstest ohne jegliche körperlichen Eingriffe zu vollziehen sei. Das man da nur sehr schwer als "neuer" Mann/Frau anerkannt wird, muß ich wohl nicht näher erläutern.) Es kann also in dieser Phase gut passieren, daß Sie einer "Frau" gegenüberstehen, welche sich mit 'Ich bin Herr Schulz' vorstellt. Oder einem "Mann" gegenüberstehen, welcher sich mit 'Ich bin Frau Müller' vorstellt. Im ersten Moment klingt das lustig. Dann aber wissen Sie wahrscheinlich gar nicht, wie Sie nun reagieren sollen. Eigentlich ganz einfach, sprechen Sie ihn als 'Herr Schulz' und sie als 'Frau Müller' an. Evtl. fällt Ihnen das gar nicht so leicht. Auch den transsexuellen Menschen sind diese Situationen meist recht unangenehm bis peinlich. Aber das Wesen des Menschen und der Inhalt eines Gespräches wird bald wichtiger.

Transsexuelle Menschen sehen sich nicht zwischen den Geschlechtern. Sie sind Frauen (MzF-TS) und Männer (FzM-TS) wie alle anderen auch. Und sie leben integriert in der Gesellschaft als Frau/Mann. Die Anpassung ist lediglich eine vorübergehende Phase und keinesfalls ein Wunschzustand. Wobei gerade TS das wunderbare Geschlechterklischee der Gesellschaft deutlich aufzeigen. Hier wird immer wieder klar, wie oft etwas herber wirkende Frauen und etwas weicher wirkende Männer belächelt und sogar sehr häufig nicht "für voll" genommen werden.

Wenn Sie nun also transsexuellen Menschen begegnen, dann begegnen sie Ihnen als Frau/Mann. Behandeln und respektieren Sie sie als solche und Sie werden sehen, dass Verwirrungen sehr schnell verfliegen.

In dieser Phase kann es auch passieren, dass TS mit Transvestiten, Drags, Cross-Dressern/Teilzeitfrauen/Teilzeitmännern oder 'weibischen Schwulen' bzw. 'burschikosen Lesben' verwechselt werden. Gerade dies macht auch den TS sehr zu schaffen. Nach der Behandlung ist der transsexuelle Mensch weitestgehend nicht mehr erkennbar und lebt als Frau/Mann. (Wobei es die MzF-TS da erheblich schwieriger haben. Vielen sieht man auch noch nach einer GA-OP die Vergangenheit an. Ein FzM-TS geht meist schon durch die alleinige Brustentfernung unauffällig unter.) Je kürzer die Abklärungszeit also ist, desto weniger psychische Belastungen entstehen für den transsexuellen Menschen und desto weniger Verwirrungen in der Gesellschaft.




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