Coming-Out Ratgeber

Geschrieben von Biker am 11.03.04, 19:10 Uhr

Für diejenigen, die nicht wissen, was Coming-Out bedeutet, hier erst mal eine Begriffserklärung! Das Wort "Coming-Out" kommt aus dem englischen Sprachgebrauch und heißt soviel wie: Aus sich herauskommen, sich der Umwelt mitteilen, zu sich und seiner Umwelt stehen.

Viele von uns haben es anfänglich recht schwer, sich in der Umwelt zurecht zu finden und seinen individuellen Platz in der Gesellschaft zu finden. Einen Platz, mit dem man sich und seine eigene Persönlichkeit identifizieren kann.

Wann kann ich mein Coming-Out beginnen? Das ist eine sehr individuelle Frage, die sich von Person zu Person unterscheidet! Die einen beginnen sofort nach Entdeckung ihrer natürlichen Persönlichkeit, die anderen warten Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre, um sich an ein Coming-Out heranzuwagen. Grundvoraussetzung ist jedoch, daß man sich selber als Mensch so annimmt wie man ist, seinen Weg gefunden hat und zu sich selber stehen kann, mit allen positiven und negativen Eigenschaften. "Ich bin halt eben so, also muß ich das Beste für mich drauß machen!" Erst wenn das vorhanden ist, besitzt man genug Selbstsicherheit um das Coming-Out durchführen zu können. Natürlich läßt es sich nicht vermeiden, auch mal Rückschläge hinnehmen zu müssen (Schwachmaten, die partout nichts kapieren wollen, gibt es leider überall). Aber wie heißt es doch so schön: "Was uns nicht umbringt, macht uns nur noch stärker!"

Wie kann ich mein Coming-Out durchführen? Auch hier hängt es von der jeweiligen Person ab. Das Coming-Out kann man in vielen Arten und Formen durchführen. Man kann seinen liebsten einen erklärenden Brief schreiben, man kann ein ausführliches Telefonat führen oder sich an einem neutralen Ort treffen. Beispielsweise in einem Café mit gemütlicher Atmosphäre, gemeinsam einen Kaffee trinken und sich dann unterhalten. Oder man kann seinen liebsten eine Einladung zu einem Essen schreiben mit frei wählbarem Ort für die liebsten, um sich dann unterhalten zu können. Es sind also viele Möglichkeiten machbar, man kann sie auch miteinander kombinieren. Wichtig ist aber, daß das Coming-Out gegenüber der Person entsprechend behutsam und mit Taktgefühl vollzogen wird. Denn viele können nicht von heute auf morgen damit umgehen und müssen die ganze Sache erst einmal "setzen" lassen und sich an den Gedanken gewöhnen.

Wen kann/soll/muß ich einweihen? Hier muß jeder für sich selbst entscheiden, ob und welche Menschen aufgeklärt werden sollen! Zum einen hängt es sehr stark davon ab, in welchem "Entwicklungsstadium" man sich gerade befindet, wie oft und wie intensiv die Beziehung zu dem jeweiligen Menschen ist und zum anderen, wie symphatisch man sich ist. Ich würde z.B. nicht jedem x-beliebigen Arbeitskollegen von mir erzählen und wenn ich diese Person noch so nett finde. Andererseits finde ich es auch gut, wenn man dann in Notsituationen eine Person seines Vertrauens hat. Es wird also sehr oft "aus dem Bauch heraus" entschieden. Auf jeden Fall würde ich zu einem passenden Zeitpunkt die eigene Familie aufklären. Denn sie bekommt es am ehesten doch irgendwann mit, wenn sich etwas verändert. Hier gilt dann die Devise: Behutsame Ehrlichkeit währt am längsten!


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